83. – Geh-Danken-Striche

Der schnelle Schritt wiegt leicht
im Takt des digitalen Songs
in meinen analogen Ohren.

Und ich kann kaum noch mich erinnern,
welchen Rhythmus welchen Lieds davor
der programmierte Zufall bot.

Die Bläser auf dem rechten Ohr,
und auf dem linken der Gesang,
doch John und George sind längst schon tot.

»Got to get you into my life …
da-datt-datt-daa …
da-datta-datta-taa …«

.

Wohl hätt’ ich noch Zeit, um zu verweilen,
um vielleicht ein Foto ihr zu machen
von besonders schönen roten Morgenschatten,

oder um sie dreist und dennoch zart
drahtlos aus dem Schlaf zu klingeln,
sie, die ich im warmen Bette dankbar schlummern ließ.

Doch geh’ ich heiter weiter meinen Weg.
Denn heute Abend, weiß ich, wird leibhaftig sie
mit eig’nen Ohren meinen Bildern lauschen.

Sehnsuchtsvoll, doch in Gedanken nur,
gähne ich und streck’ mich. Lächelnd.
Denn müde bin ich wahrlich nicht.

.

Und ich gehe
alle meine Texte
durch in meinem Kopf

und streich’ mit dickem roten Strich
die Einsamkeit heraus,
die Suche nach Begegnung,

die Sucht,
die dem Leben wich
mit ihr.



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