19. – Summer Wine

Ich las ihr eines meiner Gedichte vor, da sie mich drum gebeten hatte.
Ich spürte gleich, dass sie dem Klang mehr folgte als den Worten.
Der abendliche Tanz, den wir zuvor begonnen hatten,
sollte uns weiter, in diesen Morgen, tragen. Und in den Tag.

Sie hatte mir ins Ohr gesungen.

Ich schweifte ab beim Lesen, weiterredend, blickte hoch und sah
ihr zu, wie sie die Augen schloss,
und mit ihren dunklen Locken auf dem Kissen spielte,
die and’re Hand auf ihrem blassen, runden Bauch.

Sie hatte mir ins Ohr gesungen.

Ich konnte mich nie rühmen, auch nur eines
meiner Gedichte auswendig gelernt zu haben, aber
das Blatt, auf dem meine sorgfältig gewählten Worte standen,
lag schon längst neben dem Bett, als ich die letzten Verse sprach.

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