74. – Oedipus K. – Betrachtungen eines Geblendeten

Träge trauert sein Blick flüchtigen Photonen nach, jenen masselosen Teilchen.
Jenen Teilchen, die sich so leicht erdreisten, eine Wirklichkeit uns vorzumachen;
wo es Wahrheit doch auch ohne sie schon schwer hat.
Vermittler waren sie gewesen, Boten einer Welt, die durchdrungen ist
von bitteren Dualitäten, Dichotomien, grausamen Weggabelungen.
Sich blendend, nahm er ihnen ihre Kraft. Andere Tyrannen töteten tragischerweise
die Boten, die Überbringer übler Nachricht; doch er hat es erkannt: Das Üble liegt
im Auge des Betrachters.

In seiner Welt des Wortes bleiben frohe Botschaften ihm noch,
denen er nun Glaube schenken muss, Vertrauen.
Im Hain der »Wohlwollenden«, der Furien, wird er – entrückt, erhöht –
das Himmelsnadelöhr durchschreiten, das ihm sehend, rational – und reich –
nicht zugänglich gewesen war.

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