102. – Taktlos und vermessen (Feuertaufe)

Da steht sie mahnend auf dem Klavier,
umfunktioniert zum Kerzenhalter,
sie, die Urheberin meines ersten üblen Rausches,
jener Art von Rausch, die Reue nach sich zieht.

Die Flasche zwang mich in die Knie, im Wortsinn.
Ließ mich auf allen Vieren den langen Gang entlang
kriechen, bis zu dem wasserumspülten Gefäß,
auf dass mein Innerstes zum Äußersten würde.

Die Tauf-Kerze, die sie nun trägt, sie ist halb abgebrannt,
sodass nun – nach und nach –
Wachsstreifen und -tropfen das Etikett bedecken.
Ach, es gibt nicht genug Kerzen …

Spiel’ ich nun tönend auf den Tasten, so erblick’ ich
über mir nebst Metronom noch einen Mahner
guten Maßes. Denn gut war es, das Maß.
Nur zu schnell – zu viel.

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