37. – My apologies

Im Alter von zehn Jahren lebte ich in den USA. Es war Sommer. Ich entdeckte beim Spielen mit einer Spielgefährtin in den Alleys den Kadaver eines Kaninchens. Ihm fehlte eine Pfote, und ein wenig Gedärm hing aus dem Bauch, aber eigentlich war es ein friedlicher Anblick. Die Augen waren geschlossen, und es gab kaum Blut.
Eine Katze wird das Tier erlegt, ein wenig damit gespielt und, abgelenkt, das Interesse verloren haben. Jedenfalls hatte die Leiche noch nicht lange dort gelegen, im Unkraut neben dem Gartenzaun.
Wir überlegten, ob wir sie bestatten sollten, und mutmaßten, ob Kaninchen in den Himmel kämen, und was wohl passiere, wenn ein Tier – oder auch ein Mensch – mit fehlenden Körperteilen dort oben ankäme.
Ich pflegte gegenüber der Existenz Gottes und des Himmels eine eher neutrale Haltung. Meine Kameradin, hingegen – die ich eigentlich nicht sehr mochte, aber es war Sonntag-Morgen – wollte keinen Zweifel aufkommen lassen. Ihr ging es ums Wie und nicht ums Ob. Angesichts meiner zynischen Einwürfe (Gibt es ein Rückgaberecht an der Pforte? Ewiges Umherschreiten in der Zwischenwelt? Mit nur drei Beinen? Oder kommt das Bein getrennt an?) steigerte mein Gegenüber sich in eine verzweifelte Suche nach der fehlenden Pfote.

Schlussendlich suchte ich mit.

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