55. – Schlechter Traum

Ich fliege durch meine Straße
in Höhe der Dachrinnen,
nicht zu erreichen
von sich gierig nach mir streckenden Armen

oder

ich suche Schutz vor Indianern
unter meinem Tisch,
den ich nicht mitnehmen durfte
nach Amerika

oder

ich kratze an der Tafel
mit den Zehenspitzen
in den knarrenden Treibsand
meinen Namen.

Das Ächzen der Tür reißt mich zurück ins dunkle Bett.

Am Rand steht das Kind, schluchzend,
sie habe einen schlechten Traum gehabt.
Ich hebe wortlos meine Decke, die ich mit ihr teile,
bis ich sie zurück in ihr eigenes Bett tragen kann.

Ich setze mich ans Fenster neben sie
und warte auf den Sonnenaufgang,
ein Lied summend,
das ich vergessen hatte.

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