59. – Dienst

Wie die Einnahme der
Persönlichkeitsergänzungsmittel,
die der Behebung der mir
diagnostizierten Mängel
dienen sollen.

Wie das Schuhregal, das
aus lieblos eichfurnierten
Pressspannplatten bestand, obwohl der
Garderobenschrank zu dem es vor mir sich gesellen musste,
einst aus massivem Kirschholz gezimmert worden war.

Wie die blass-bleiche Lücke,
die das Regal mir
an der Tapete
im Flur
nun hinterlässt.

Wie die Verschreibung der
Persönlichkeitsergänzungsmittel,
die der Behebung der
mir diagnostizierten Störung
dienen sollen.

Wie der Garderobenschrank, der
nun am Ende des Flurs
eintretenden Besuchern
den Rücken bietet
– und mir die Stirn.

Wie die Schuhe
im Flur,
die rechten rechts,
die linken links,
außer wenn ich gehe.

Dazwischen: mittig der
Korridor, der nunmehr auf den
Rücken des Garderobenschrankes zu führt,
in dem – wiederum mittig, doch ein wenig schräg –
das erlösende Beil noch steckt.

Meine baren Füße,
die nicht wagen, die
neu von mir geschaffene
Symmetrie
zu sprengen.

Wie die blass-bleiche Lücke, die
nun das Schuhregal
an der Tapete
im Flur mir
hinterlässt.

Wie die Verabreichung
der Persönlichkeitsbehebungsmittel,
die der Ergänzung der mir
diagnostizierten Störung
dient.

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