Die Suche führte ihn
zu Quellen
von Ideen
Anderer
In sich
erkannte er
das Meer
Doch wollte er
lieber
der Wind
sein
21 Samstag Sept 2013
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Die Suche führte ihn
zu Quellen
von Ideen
Anderer
In sich
erkannte er
das Meer
Doch wollte er
lieber
der Wind
sein
04 Mittwoch Sept 2013
[Zu dem Link im Kommentar von „sus rawitz“, meinen letzten Eintrag „Am Rande“ betreffend.]
Ja, Streik … An Streik macht sich Vieles fest. An der Idee der kollektiven Verweigerung. Bündnisfreiheit. Lobbyismus von unten.
Es wäre schön, wenn Beschäftigte in Heimen stärker organisert wären. Und wenn die sie vetretenden Gewerkschaften fantasievoller verhandeln würden. (Leute mit „vollen“ Stellen in Heimen und mit Wechselschichtdienst sollten deutlich geringere Arbeitszeiten haben als Angestellte mit regelmäßigen Arbeitszeiten an Arbeitsplatzen, die nicht die Lebensbereiche ihrer KlientInnen darstellen. Die bisherigen Zulagen und Zuschläge sind reine Makulatur, machen, da sich alles darauf einrichtet – auf Geld statt Zeit -, sogar noch abhängiger von unsozialen Beschäftigungsverhältnissen.)
Gut, dass das Modell „Stationäres Wohnheim“ ausläuft, zumindest unter Konkurrenzdruck gerät. (Es werden sicherlich die Zahlen der Wohnheime und der HeimbewohnerInnen weiterhin steigen, da der Bedarf zunimmt. Aber die ambulanteren Versorgungsmodelle spielen im Sozialsystem eine immer anerkanntere Rolle. Es stellt sich heraus, dass die gesellschaftlichen Kosten nicht so viel höher sind, wenn Hilfebedürftige daheim versorgt werden.) Spannend: Wie soll man kollektiv die Interessen von Leuten vertreten, die nicht mehr wegen vergleichbaren Hilfebedarfs zusammengepfercht werden? Wie sieht es um ihre Lobby aus?
Lässt sich in diesem Komplex eine Beziehung zu meinen Bedenken zu Berufs-PolitikerInnen und -KünstlerInnen herstellen? Aber ja doch! Kooptation. Alle Berufe betreiben eine mehr oder weniger ausdrückliche Auswahl, wer zu ihrer Profession gehören „darf“ oder nicht. „Qualifikation“ genannt, stark ans Bildungssytem gebunden. In den Bereichen der Künste wird dieser Effekt durch die neuen Medien aufgelöst und durch neue Zielgruppen-Differenzierungen abgelöst. Die Rolle der Verlage, ihre Aufgabe, hat sich stark verändert.
Kooptation stellt von außerhalb der kooptierenden Gruppe eine Bündnisunfreiheit dar. Da geht es um Gruppen, in die man reinwill. Zum Beispiel, um berühmt zu werden, oder reich oder einfach anerkannt.
Bei Heimen ist eher so, dass die Wahl (wo es sie gibt) auf diejenige Einrichtung fällt, die am wenigsten grässlich erscheint. (In der Regel werden aufgrund der privat kaum zu stemmenden Kosten, die zuständigen öffentlichen KostenträgerInnen entscheiden, wo und vom wem die Hilfe zu gewähren ist.)
In Kunst- und im Politikbetrieb führt eine bestimmte Form von Ehrgeiz (dass man dazugehören will, ohne etwas Eigenes, Authentisches zu leisten) dazu, dass die Gruppe bedient wird, statt dem Klientel/dem Publikum zu dienen (mit Vielfalt und Innovation).
Ironischerweise ist es so, dass diese Ehrgeiz-Dynamik als Argument benutzt wird, um zu rechtfertigen, dass helfende Berufe nicht zu hoch vergütet werden sollten. Es solle Helfenden nicht ums Geld gehen. Stimmt. Aber ich sehe da noch eine Menge Spielraum. Das Wohnen in Heimen muss teurer werden.
(Damit in Heimen Beschäftigte mehr Zeit für ihre Blogs haben.)
03 Dienstag Sept 2013
Am Rande der Diskussion zum UrheberInnenrecht, ein Aspekt, den ich hervorheben mag: Braucht die Welt Berufs-KünstlerInnen? Bei AutorInnen: Warum sollte jemand davon leben können, dass andere den Zugang zu ihren Werken bezahlen müssen? (Wohlgemerkt, bin ich nicht gegen die „freiwillige“ Bezahlung gelesener, gar nur angelesener Werke.)
Die Welt braucht Berufs-KünstlerInnen (fast) ebensowenig wie sie Berufs-PolitikerInnen braucht.
Beides versinkt im Promi-Kult.
Keine Frage: So wie die Welt noch tickt, bleibt AutorIn immer noch ein sinnvollerer Beruf als die meisten Berufe. [Ich sage oft: „Meine Erwerbstätigkeit hält mich von meiner Arbeit ab“. (Dabei habe ich den ungefähr sinnvollsten Beruf, den es gibt. Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Aber dass man mich dafür bezahlt, finde ich oft absurd. Und ich bräuchte mehr „Freizeit“. Mein Körper holt sie sich per Burnout.)] Die meisten Berufe, jedenfalls im Bereich „abhängiger Beschäftigung“ sind reiner Stuss. Stichworte Überfluss, Werbung, Rüstung, Finanzen. (Versicherungen ohne Übervorteilung für Profit könnte sinnvoll sein.) Vermutlich gibt es in unserer Kultur ungefähr so viel Sinnvolles zu tun, dass jede/r Erwerbsfähige/r auf so etwas wie sechs Wochenarbeitsstunden käme. (Ja, ich liebäugle mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen, habe aber noch zu viele offene Fragen, als dass ich es bereits propagieren mag.) Da bliebe viel Zeit für „Kunst“ („Gestaltung öffentlichen Raumes“) und für „Politik“ (dann „kollektive Entscheidungsfindung“). [Die letzten beiden Klammern: Na, merkt ihr etwas?]
AutorInnen: Was können uns Leute Lebensnahes erzählen, die nur schreiben?
Und wenn Demokratie heißt, das Volk (der Demos) regiere, dann will ich, dass die Leute, die uns vertreten auch zwischendurch zu uns, zum Volk gehören.
Ich kann das spießige wutbürgerliche Die-da-oben-Gelaber nicht mehr hören, alle PolitikerInnen seien korrupt. Das ist Quatsch. Aber ich denke, alle sieben Jahre oder so sollten PolitikerInnen in ihren Beruf zurückkehren müssen. Oder wenigstens sich mit richtig fetten Anträgen in dreifacher Ausführung von jeweils einem Zwangs-Sabbatjahr befreien lassen müssen. Und das dürfte höchsten zweimal erlaubt sein. Oder ab in den wohlbezahlten Ruhestand, wegen meiner. Jedenfalls treiben mir zu viele PolitikerInnen-Biografien (oft Nachrufe) Tränen in die Augen. Mit 19 in die Partei; mit 89 Lese-Tour fürs dritte Memoiren-Buch; Alles dazwischen war vor allem Futter für die ersten beiden Autobiografien.