[Interna] Urlaubs-Update

Ich, der_redaktor, habe noch ne Woche Urlaub.
Diesseits meines Monitors tut sich Einiges. Das wird sich auf eurer Seite zunächst nur subtil bemerkbar machen. Hindrich erhält seine eignen Seiten/Accounts; aus einem Pseudonym wird noch stärker eine Persona. Das fällt mir schwerer als erwartet. Bei Siegfried fiel mir das leichter.
Kleine Überwindungen.
Für das das_geflecht-Projekt büffle ich technologisches, sogar mathematisches Zeugs. Da hilft nüscht. Für Drachentöter (das einen anderen Titel braucht) habe ich mir gefühlt den ganzen Kanon humanistischer Bildung gegeben, ohne selber ein humanistisches Gymnasium besucht zu haben. Das geht also; und mein Universum braucht das. Und da ich diesmal mehr als ein gefühltes Buch schreibe, da ich auch unsere Welt gestalten, ja, retten will (ohne die unangenehme Attitüde, die mit dieser Haltung oft einhergeht), kann ich mich nicht davor drücken, mich kompetent zu machen.
Die Frage nach den Helden wird abgelöst durch die Frage nach „dem“ Menschen. Trost/Anwesenheit statt Rettung/Reise. Die Sonne-Erde-Geschichte, die ich weiter unten schon andeutete.
Der Stand:
http://www.bookrix.de/_ebook-arthur-hindrich-black-box/

Das Projekt tanzt noch nicht. Da wehrt sich etwas bei mir; ich muss mich deutlicher spalten, um diese Abwehr erzählbarer zu machen. Bin mir noch nicht sicher, wie nackig ich mich machen will. Ich höre noch zu sehr meine Stimme heraus (was nicht per se schlimm ist, nein)
und verbleibe

der_redaktor

P.S. Vielleicht sollte ich für mich klären, was der Unterschied sein soll zwischen Haltung und Attitüde.

Mal eben Post abholen

Geh nur, geh, „art“, lauf ihr doch hinterher, der Sonne. Dem Licht. Lass Dich erleuchten, Du Brillenträger. Raus aus der Bude. Los, hopp-hopp. Gott also nieganzabwesend, ja? Aber eben auch nie ganz da. Unverfügbar, halt. Kennt man. Kann schon sein. Ich seh doch Deine Spuren. Wenn irgendetwas an Dir Deins ist, dann Deine Spuren. Was redest Du da eigentlich. Du bist die Reihe der Erscheinungen, die von Dir kundgeben. Mindestens das. Du … Phänomen, Du. Bist auch irgendwie nie ganz da. Und doch nicht Gott. Hättste gerne, wa‘, art? Atze. Großer Bruder. Du Schöpfer, Du.

Du meinst, Du habest den Humanismus durch, nu müsse der Posthumanismus herhalten. Immer hübsch dekonstruieren. Ist aber nicht so einfach, gell? Scheiß Postpostmoderne. Scheiß Relativismus, Pluralismus. Fucking German Konjunktiv. Denke global, handle lokal. Ja, ja. Wo ist der schöne, überschaubare Bildungskanon, hin, über den Du Dich fröhlich erheben konntest, Du Nietzsche-Freund? Nu sindse tot, Gott, „der“ Autor, Deine Drachen, Deine Helden. „Die“ Familie. Da sitzte nu, vor dem Wüsten Land. The Waste Land. An der leeren Tafelrunde. Wie kriegste das hin, das mit dem Signal-Rausch-Abstand, hier, im Allzugänglichkeits-Daten-Nirvana? Na, nich lieber doch n Verlag? Zu stolz fürn Gatekeeper? Zu faul, zu eitel?

Ein Text sei nie fertig.

Immer wieder sperrt sich etwas neu. Neue Erkenntnisse und Einsichten. Wie ist das mit der Gebürtlichkeit des Menschen? Da hat die Hannah, die letzte Humanistin, nicht mit der Pharma-Industrie gerechnet. Die Pille hat den Posthumanismus eingeleitet, stellst Du heut früh, noch im Halbschlaf, fest. Und Dein kleiner Erdabschnitt dreht sich der Sonne zu. Das waren nicht die Kybernetiker, wie Deine Cyborg-FeministInnen da behaupten. Klar, warum die das übersehen. Unsere Muttis, Atze, die wollten uns nicht. Sie liebten uns, wollten aber nie Mutter sein. Plötzlich einen Menschen an der Backe. So ist das, Atze; Menschen gibt es nur konkret, seit es die Pille gibt. Es gibt ihn nicht mehr, „den“ Menschen, Atze; es gibt nur noch Menschen. Es gibt nicht den Mann, die Frau, den Körper. Es gibt nur Körper. Nein, nicht „nur“, verdammt. Es gibt Körper. Darin haben sie Recht, die FeministInnen. Nicht die Rasse, nicht die Art. Aber im Grunde weißt Du das ja, Atze. Im Grunde wusstest Du das schon Eingangs, als ich Dich schuf.

Es gibt keine KünstlerInnen. Es gibt Kunst. Es gibt Schöpfung; Gestaltung. Fürsorgepflichten.

Komm, Atze, tritt Deine Sohlen an mir ab. An der Sonne da oben, apollinischer großer Bruder, hinterlässt Du keine Spuren.

Chthonischen Gruß,
Deine Keule. Dein Schöpfer.
Ätsch.

Die Sonne

ruft.

Kleiner Gedankenvorrat:
Wir sind verbundener als einst,
dank unserer Geräte.
Ich greife auf die Wolke zu, die cloud,
um mich zu erinnern,
was ich schrieb
und wem. Zwischendurch ein Zug
an der Zigarre. Zugang ist das neue
Besitz. Liebe; Wissen; Vorrat.
Gegenwart/Präsenz.

Und immer wieder: Ort.
Gott: der/die/das NievölligAbwesende.
Utopie: „KeinOrt“. There’s no place like home.

Abwesenheit in Stufen der verantwortlichen Nähe…
Ersatz, Stellvertretung, Nachfolge
(ursprünglich die Titel der drei Teile meines Buches,
fällt mir auf, das vor allem vom Tode handelt,
hatte ich gedacht. Neue Titel, da
zu viel Gott, zu viel Theologie. Weil Gott mich
nicht braucht, nicht meiner bedarf).
Darinnen: Rolle, Amt, Fußstapfen.

Dass die Spuren, die ich hinterlasse
nicht in dem Sinne meine sind,
dass sie mir ganz gehören. Besitz; kein
Eigentum.

Die Sonne
ruft. Meine Füße, Beine, Hüften
und mein Gang gehorchen
ihr. Ich, dieser Text, geht
mit. Übertragung/Transfer.